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Barmherzigkeit: wie sie die Bibel bekennt

by George Augustin

Barmherzigkeit im biblischen Zusammenhang

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AlbakiReads Editorial

Barmherzigkeit im biblischen Zusammenhang

George Augustin setzt Barmherzigkeit in Beziehung zu Gerechtigkeit und Glauben und liest diese Begriffe als zusammengehörige Leitlinien biblischer Theologie. Ausgehend von Matthäus 23,23 behandelt das Buch Jesu Kritik an einer Gesetzesauslegung, die einzelne Pflichten über diese Grundwerte stellt. Der Blick reicht über beide Testamente bis zur katholischen Kirche: Das Thema des „Jahres der Barmherzigkeit“ dient dazu, die Spannung zwischen dem Anspruch auf göttliche Gnade und der Kritik an kirchlicher Lehre und Praxis zu beleuchten. So verbindet der Band biblische Deutung mit Fragen nach Glaubwürdigkeit und dem Verhältnis von Prinzipien zu konkreten Menschen.

Good fit for readers who enjoy

  • Für Leserinnen und Leser, die sich mit christlicher Theologie und biblischer Auslegung befassen.
  • Für Interessierte an Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Glauben im katholischen Kontext.
  • Für Menschen, die Fragen zur Glaubwürdigkeit kirchlicher Lehre und Praxis erkunden möchten.

Themes

Biblische TheologieBarmherzigkeit und GerechtigkeitGlaube und GesetzesauslegungKirchliche Glaubwürdigkeit

Based on publisher information and book metadata.

Book overview

Nach dem Matthäusevangelium, mit dem das Neue Testament beginnt, kritisiert Jesus seine engsten theologischen Verwandten und ärgsten theologischen Konkurrenten, die Pharisäer und Schriftgelehrten, dass sie in der Auslegung der Tora falsche Prioritäten setzten: Sie kümmerten sich um den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel, ließen aber außer Acht, was den Schlüssel zum Ganzen bilde: "Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glauben" (Mt 23,23). Die Gerechtigkeit ist die Treue Gottes zu seinen Verheißungen, dem Recht zum Sieg zu verhelfen; die Barmherzigkeit ist die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen, die Not leiden und Schuld auf sich laden; im Glauben wird Gottes Gerechtigkeit wie seine Barmherzigkeit angenommen und nachgeahmt - durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Diese jesuanische Hermeneutik des Gesetzes und damit der Bibel Israels kommt nicht von ungefähr. Sie nimmt den cantus firmus beider Testamente auf: dass Gottes höchste Gerechtigkeit in seiner Barmherzigkeit kulminiert, weil sie nicht an irdische Grenzen gebunden ist, sondern himmlische Weite erlangt, und dass seine Barmherzigkeit nicht ungerecht, sondern gerecht ist, weil sie durch Gnade selbst da noch Recht schaffen kann, wo ein brutales Unrechtsregime katastrophale Verhältnisse heraufgeführt hat. Dass in der katholischen Kirche mit großem Echo ein "Jahr der Barmherzigkeit" ausgerufen worden ist, nimmt diesen Grundzug biblischer Theologie auf; es bejaht die Sehnsucht vieler Menschen, von Gott nicht verurteilt, sondern in aller Schwäche geliebt zu werden; es hat aber auch die dunkle Kehrseite einer kirchlichen Lehre und Praxis, die oft als ungerecht und unbarmherzig empfunden wird und dadurch zur großen Glaubwürdigkeitskrise wird, weil anscheinend Prinzipien wichtiger sind als Einzelfälle und Dogmen wichtiger als Personen. Von einem neutralen Standpunkt aus kann man zwar fragen, ob ein solcher Eindruck nicht vielfach vorurteilsbehaftet ist. Aber die unruhige Frage wird dadurch nicht beantwortet, wie glaubwürdig werden kann, dass, von Jesus her geurteilt, das erste Prinzip die Barmherzigkeit in ihrer Einheit mit der Gerechtigkeit und das erste Dogma die Inkarnation der Liebe Gottes in Jesus Christus ist. George Augustin hat mit sicherem Gespür die missionarischen und katechetischen Chancen erkannt, die das Mega-Thema Barmherzigkeit birgt - nicht nur in einem "Jahr der Barmherzigkeit". Er ist dafür prädestiniert und hat daraus viel gemacht.
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